Biogas und Biomasse

In ganz Deutschland entstehen immer mehr Biogasanlagen. Die Ursache dafür liegt in der Tatsache, dass Biogas als nachwachsender Rohstoff gilt und damit einen sehr großen Stellenwert im Bereich der „Erneuerbaren Energien“ einnimmt. Im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen, ist der Einsatz von Bioenergie zeitlich unbegrenzt und kann fortlaufend neu generiert werden. In Zeiten, in denen Öl oder Erdgas knapper werden, setzen immer mehr Energieproduzenten auf die regenerative Bioenergie. Unter Biogas selbst versteht man ein brennbares Gas, dass durch Zersetzung von Biomasse mittels Mikroorganismen in einem anaeroben Klima entstanden ist.

Gerade in den ländlichen Räumen entstehen zahlreiche Biogasanlagen, so dass sich für die dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe auch eine neue Einnahmequelle ergibt. Aber auch immer mehr Gemeinden entschließen sich dazu, einen Teil der thermischen oder elektrischen Energie mittels einer Biogasanlage produzieren zu lassen.
Biogas selbst kann man aus den unterschiedlichsten „Naturprodukten“ herstellen. Am Bekanntesten sind sicherlich Gülle, Bioabfälle oder extra für die Biogasproduktion angebaute Nutzpflanzen, wie Raps, Mais oder Getreide. Ein Nachteil bei der Herstellung von Biogas könnte dann entstehen, wenn sich immer mehr Produzenten dafür entscheiden, ihre Nutzpflanzen ausschließlich für die Herstellung von Biogas einzusetzen, anstatt für die normale Nahrungsmittelproduktion. Dies würde auf Dauer zu einer Verknappung von Nahrungsmitteln führen.
Das Grundprinzip einer Biogasanlage besteht darin, dass diese aus Biomasse ein Biogas produziert. Herzstück jeglicher Biogasanlage ist der sogenannte Biogas Fermenter. In diesem Bioreaktor (Behälter) leben spezielle Mikroorganismen, welche die Biomasse zersetzen und daraus Methan, Kohlenstoffdioxid und andere Gase produzieren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Fermentierung (anaerober mikrobieller Abbau der eingesetzten Biomasse). Für die Energiegewinnung ist allerdings nur das Methan von entscheidender Bedeutung. Je höher der Methangehalt (variiert zwischen 45% und 70%) ist, desto mehr Energie kann aus dem Biogas gewonnen werden.
In den Blockheizkraftwerken wird überwiegend thermische Energie (Wärme) produziert, welche danach in das Wärmenetz eingespeist wird. In sogenannten  Biomassekraftwerken wird hingegen elektrische Energie produziert. Dabei wird die vorhandene Biomasse verbrannt. Als Abfallprodukt entsteht auch thermische Energie, welche wiederum in das Wärmenetz (Fern- oder Nahwärme) eingespeist wird. Als Biomasse werden überwiegend Produkte wie Holzspäne, Getreide, Stroh oder Schilf eingesetzt. Ein Nachteil bei der Nutzung von Biomassekraftwerken besteht darin, dass diese neben der elektrischen bzw. thermischen Energie auch Kohlenstoffdioxid produzieren. Zukünftig wird es sogar möglich sein, das Biogas für Brennstoffzellen zu verwenden, welche die das Biogas letztendlich auch in elektrische Energie umwandeln können.
Deutschland ist ein Vorreiter in Sachen Biogasanlagen bzw. Biomassekraftwerken. Dies gilt vor allem für die technologische Entwicklung der Anlangen. Der Anteil des Biogases an den Erneuerbaren Energien soll demnach auch weiterhin ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2020 sollen knapp 10% der Energie, die zum Heizen benötigt wird, aus Biogas produziert werden. Beim Strom strebt man einen Wert von über 8% an.

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