„Atom-Gipfel“ vs Nabucco
Im Schatten der in den letzten Wochen stattfindenden Debatte um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und dem folgenden „Atom-Gipfel“ im Kanzleramt spitzt sich ein weiteres Thema im Bereich Energieversorgung weiter zu, Nabbuco.
Was ist Nabucco?
Nabucco könnte man etwa als den Versuch Westeuropas, sich nicht in die Abhängigkeit von Russland zu begeben, bezeichnen. Laut Greenpeace werden etwa 15% des deutschen Energiebedarfs mit Gas gedeckt, wovon wiederrum ein großer Teil aus Russland stammt. Wie abhängig auch Deutschland im Streitfall von Russland ist, macht der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine vor über einem Jahr sehr deutlich. Damals stoppte Russland jegliche Gaslieferung an die Ukraine umso ihren eigenen Standpunkt durchzusetzen.
Mit dem Bau einer eigenen Pipeline will Westeuropa nun auf mehr unterschiedliche Gaslieferanten setzen. So soll die Pipeline (Nabucco) vom kaspischen Meer durch die Türkei Gas nach Europa liefern. Dieses Vorhaben wird vor allem von dem deutschen Energiekonzern RWE sowie der Europäischen Union vorangetrieben.
Wie reagiert Russland?
Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin reagiert skeptisch auf die Pläne Europas und zweifelt diese mehrfach an. Natürlich versucht Russland sich mögliche Konkurrenz fern zu halten, denn Russland selbst plant eine eigene „Southstream“-Pipeline mit der Gas von Russland nach Südeuropa fließen soll. Hinzu kommt der Versuch bereits vor dem Bau der europäischen Pipeline alle möglichen Lieferanten an Russland zu binden. So erhöht Russland beispielsweise seinen Gas Bezug aus Aserbaidschan.





